Wie gehen Eltern mit Cyber-Mobbing um?

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Cyber-Mobbing hat in den vergangenen Jahren beträchtlich zugenommen. Dabei sind Beleidigungen und Anfeindungen über das Internet nicht weniger schlimm als im realen Leben. Oft bleiben den Eltern die ersten Anzeichen verborgen. Wenn dann deutlich wird, welches Leid das eigene Kind durchstehen muss, reagieren die meisten Väter zuerst mit Hilflosigkeit und Wut. Wenn dein Kind Opfer von Angriffen im Internet ist, kannst du ihm mit einem kühlen Kopf und dem richtigen Vorgehen eine wertvolle Hilfe sein.

Im Vorfeld eine Vertrauensbasis schaffen

Bleib als Vater möglichst nah an deinem Kind, auch wenn es bereits eine gewisse Selbstständigkeit erreicht hat. Wenn dein Kind in Not ist, wird der Vater gebraucht. Das gilt auch für Kinder, die bereits grosse Bereiche ihres Lebens allein gestalten können. Deshalb ist es sinnvoll, Rituale zwischen dir und deinem Kind zu pflegen. Wenn du mindestens einmal in der Woche eine bewusste Zeit mit deinem Kind erlebst, ergibt sich die Möglichkeit zu wichtigen Gesprächen wie von selbst. In einer solchen Situation kann das Kind sich öffnen und sich deiner Aufmerksamkeit sicher sein. Selbst, wenn ihr die Zeit mit Herumalbern und oberflächlichen Themen verbringt, ist sie wichtig. Durch dieses Ritual wirst du für dein Kind zu einer sicheren Anlaufstelle, wenn es nötig ist.

Die Warnsignale rechtzeitig erkennen

Die ersten Anzeichen von Cybermobbing zu erkennen, ist nicht immer ganz leicht. Doch wenn du weisst, worauf du achten solltest, wird es dir nicht schwer fallen. Wenn dein Kind sich stiller verhält als gewöhnlich und den Kontakt zu den bisherigen Freunden meidet, stimmt etwas nicht. Cybermobbing greift das Selbstwertgefühl an. Kinder, die in dieser Situation sind, können sich meist schlechter konzentrieren. Das schlägt sich häufig in den schulischen Leistungen nieder. Ausserdem ziehen sie sich mehr als gewöhnlich zurück. Auch Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen können auftreten. Die meisten Kinder zeigen plötzlich Desinteresse an bisherigen Hobbys. Sie wirken niedergeschlagen und fahrig. Bleibe vorerst ruhig, signalisiere deinem Kind nur, dass du immer ein offenes Ohr hast.

Wenn der Verdacht sich erhärtet

Wenn du Grund zu der Annahme hast, dass dein Kind gemobbt wird, solltest du deinem Kind zuerst Trost und Unterstützung anbieten. Das ist das Wichtigste in einer solchen Situation. Dein Kind wird Hilfe vielleicht sogar ablehnen, weil es unter einem starken Druck der Mobber steht. Lass dich nicht beirren. Mobbing ist eine sehr hässliche Angelegenheit, die böse enden kann. Such dir fachlichen Rat bei entsprechenden Beratungsstellen und sprich mit dem Klassenlehrer oder dem Schulleiter. Unter Umständen solltest du mit deinem Kind zum Arzt gehen. Mobbingopfer werden meist solange vom Unterricht befreit, bis die Lage sich geklärt hat.

Wenn du deinem Kind in einer Mobbing-Situation zur Seite stehen musst, solltest du also zwei wichtige Faktoren berücksichtigen. Gib deinem Kind die Sicherheit, die es braucht und sorge gleichzeitig mit aller Härte dafür, dass den Tätern das Handwerk gelegt wird.

Bildquelle: Riala / pixabay.com

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