Computerspiele in der Familie

Computerspiele Familie

Mittlerweile kann man nicht mehr von einem Trend sprechen, vielmehr eine gesellschaftliche feste Integration von Computerspielen, da diese bei den meisten Kindern und Jugendlichen ein fester Bestandteil im Alltag sind. Über 80% der Kinder im Alter zwischen 6 - 13 Jahren benutzen regelmässig einen Computer, wobei nicht das Arbeiten mit diesen Geräten, sondern das Spielen die Lieblingsbeschäftigung der Kinder ist. Dabei spielt der grösste Teil der Kinder alleine und ohne Aufsicht, oder regelmässig mit gleichaltrigen Spielkameraden. Seit kurzer Zeit wird neben dem Spielen am Computer oder Konsolen, auch das Smart-Phone als mobilen Spielträger zunehmend beliebter.

Heute wachsen die Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich mit diesen Spielmöglichkeiten auf. Dabei sind die Erwachsenen zunehmend verunsichert und meist durch die neusten technischen Möglichkeiten überfordert. Die Nutzung solcher Medien für die Freizeitgestaltung wirft bei den verantwortlichen Erwachsenen einige Fragen auf, welche Sie nicht so einfach beantworten können.

  • Welche Spiele sind geeignet?
  • Wie werden die geeigneten Spiele ausgesucht?
  • Wie lange darf ein Kind spielen?
  • Wann ist Vorsicht geboten?
  • Wann gilt es einzugreifen?

Es gibt aber durchaus Möglichkeiten den Umgang von Computerspielen im Familienalltag sinnvoll zu steuern.

Praktische Tipps zur Spielkontrolle

Nicht selten führt die ausgeprägte Spiellust der Kinder und Jugendliche zu Streitigkeiten und Unsicherheiten in der Familie. Die Gründe sind dabei oftmals die Unkenntnis oder Desinteresse vieler Eltern, was die Sprösslinge da eigentlich tun, den rasanten technischen Wandel und vor allem die zunehmende Interesse der Kinder an solchen Spielmöglichkeiten.

Für Eltern ist es deshalb besonders ratsam, auch Interesse für die Medieninhalte ihrer Kinder zu zeigen und eine unvoreingenommene Haltung zu diesen Medien einzunehmen. Der Nachwuchs weiß oftmals wesentlich besser über die neuen Medien Bescheid und verfügt meist über höhere Fertigkeiten in diesen Medien als die Eltern. Es spricht aber nichts dagegen, wenn die Eltern sich das eine oder andere Spiel erklären lassen und selbst damit zu spielen, um so einen besseren Einblick in die Spielwelt des Kindes zu bekommen. Um ein offenes und sinnvolles Gespräch mit dem Nachwuchs über die Spiele und das Spielverhalten führen zu können, sollten die Eltern aber unvoreingenommen und aus der Sichtweise der Kinder dieses Thema ansprechen.

Alarmstufe - Spielsucht

Durch das immer wiederkehrende Thema, über das Verhalten der Kinder bei Computerspielen in den Medien, werden viele Eltern besonders alarmiert. Doch es ist noch kein Grund zur Sorge, wenn sich die Kinder oder Jugendlichen vorübergehend intensiv mit einem Computerspiel beschäftigen, denn viele neue und aufregende Spiele können den Spielenden schon in der ersten Zeit richtig vor dem Bildschirm fesseln. Das Interesse sollte aber nach einer ersten intensiven Spielphase für gewöhnlich zurückgehen. Sobald aber häusliche, schulische oder soziale Pflichten dauerhaft vernachlässigt werden, eventuell auch gesundheitliche Probleme wie Schlafstörungen auftreten, sollte es Anlass zur Sorge sein und die Eltern auf den Plan rufen.

Es ist im Allgemeinen durchaus sinnvoll, die Kinder und Jugendlichen bei der Wahl der Spiele und beim Spielverhalten genau zu beobachten. Damit das Spielen am Computer bei den Kindern nicht zur einzigen Freizeitbeschäftigung wird, sollten Sie nach Ihren Möglichkeiten auch Alternativen dazu bieten.

Die Auswahl der Spiele

Bereits vor dem Kauf eines Spieles für Computer oder Konsole können Sie wichtige Informationen über Inhalt und Alterstauglichkeit erfahren, in dem das Kennzeichen für die Altersfreigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) auf der Verpackung prüfen. Falls keine entsprechende Kennzeichnung zu finden ist, darf das entsprechende Spiel grundsätzlich nur an Erwachsene verkauft werden.

Die Eltern sollten aber besonders vorsichtig und aufmerksam bei Downloads und Browserspielen sein, denn diese Spiele erscheinen in der Regel nicht auf einem Trägermedium und sind somit nicht von der USK nicht auf ihre Alterstauglichkeit geprüft. Sie erfordern von den Erwachsenen besondere Aufmerksamkeit. Auch unter den Kindern getauschte Raubkopien, entziehen sich der Prüfung von Instanzen des gesetzlichen Jugendmedienschutzes.

Weiter können sich die Eltern über die Eignung von Spielen für bestimmte Alters- und Zielgruppen durch verschiedene Broschüren und Internetinformationsplattformen, sowie auch Blogs und Foren informieren. Diese bieten hilfreiches Wissen über die Inhalte von Spielen, veröffentlichen eventuell auch Positivlisten oder können auch besonders empfehlenswerte Lern- und Spielprogramme auszeichnen.

Die Eltern selbst können aber in der Regel den Entwicklungsstand ihres Kindes am besten einschätzen, und kennen die Reaktionen auf verschiedene Einflüsse auf das Kind. So merken sie sehr schnell, ob ein Spiel ihr Kind überfordert und besser wieder aus dem Kinderzimmer entfernt werden soll.  

Das beste Prüfmittel bei der Spielauswahl von Kindern und Jugendlichen ist aber sie ganz einfach danach zu fragen und sich diese Spiele beschreiben oder zeigen zu lassen. Mit dieser Massnahme erreichen die Eltern sehr viel, weil sich die Kinder durch die aktive Beschäftigung der Eltern mit ihren Interessen und Vorlieben ernst genommen fühlen und die Erwachsene gleichzeitig einen direkten Zugang in die neue Medienwelt erhalten. Der Idealfall wäre, wenn die Eltern mit den Kindern gemeinsam die Medienangebote auswählen.

Festlegen der Spielzeit

Bei einem Gang durch die Software- und Konsolenspielregale in den Kaufhäusern erkennt man schnell, dass Spiel- und Lernprogramme für immer jüngere Zielgruppen angeboten werden. Dabei ist gerade für die Altersgruppe im Vorschulalter, sowie für Kinder in den ersten Jahren der Grundschule es sehr zu empfehlen, wenn die Spieldauer zeitlich klar eingegrenzt wird. In diesen Altersgruppen gilt als Faustregel eine Spielzeit von 30 Minuten, sowie die kleinsten und kleinen Kinder niemals unbeaufsichtigt mit dem Computer spielen zu lassen.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann die Spielzeit schrittweise erhöht werden, doch sollten sie mit zunehmendem Alter mit in die Entscheidung einbezogen werden. Sinnvoll ist es, wenn man vorab gemeinsam die Vorgaben für die Spieldauer vereinbart, und somit möglichen Konflikten keinen Raum lässt.

Dabei sollten aber auch die Eigenheiten der jeweiligen Computerspiele mitberücksichtigt werden. Kann nach Ablauf der bestimmten Zeitspanne das Spiel abrupt beendet werden, ohne gehen die Spielfortschritte gänzlich verloren, bevor man nicht einen bestimmten Wendepunkt innerhalb des Spieles erreicht hat.  In einem solchen Fall, kann beispielsweise mit einem zeitlichen Spielbudget pro Woche gearbeitet werden und somit das Kind auch eine gewisse Selbstverantwortung überlassen werden. Diese Möglichkeit kann aber nur sinnvoll geprüft werden, wenn die Eltern sich auch aktiv mit den Spielen ihrer Kinder auseinandersetzen. Es gibt durchaus Spiele, welche eine fesselnde Wirkung auf die Kinder ausüben kann und so ein abruptes Beenden des Spieles von sich aus schier unmöglich macht. Wenn Sie aber schon im Vorfeld feste Regeln vereinbaren, kann dies den Kindern und Jugendlichen helfen, schrittweise die nötige Selbstkompetenz zu erwerben, und so das Spiel auch eigenständig beenden zu können.

Das Ziel der Erziehungsmassnahmen bei der Anwendung von Computer- und Konsolenspiele sollte die Förderung der Medienkompetenz beim den Kindern sein. Damit sie die Fähigkeiten zum selbständigen und kompetenten Umgang mit Computerspielen erlangen. Diese Fähigkeit ermöglicht ihnen einen gewinnbringenden Nutzung daraus zu ziehen, in dem es vor Schaden bewahrt und ohne regelmässige Kontrollen der Eltern auskommt.

Fazit zur Elternkompetenz

Für die Einschätzung eines Spiels sollte der erste Blick immer auf die Alterskennzeichnung fallen. Auch wenn diese Kennzeichnung nur die Mindestanforderung aus Sicht des Jugendschutzes darstellt und nicht den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes, so bietet diese Beschränkung schon einen entscheidenden Hinweis auf den Anwenderkreis. Die Eltern sollten bei auftretender Unsicherheit, weitere Information aus Broschüren oder dem Internet ziehen, um so einen besseren Eindruck über den Inhalt und die pädagogische Eignung eines Spiels zu erhalten. Pädagogische Urteile und Tipps zu solchen Spielen finden Sie auch verschiedenen Webseiten, mit unterschiedlichen Hintergründen.

Bildquelle: OpenClips / pixabay.com

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