Computereinstieg für Kinder

Computereinstieg Familie

Heutzutage geht ohne Computer praktisch gar nichts mehr, weder in der Schule noch später im Berufsleben. So ist es auch verständlich, wenn viele Eltern ihr Kind so früh wie möglich an den Computer und dessen Umgang heranführen wollen. Doch zu diesem Thema gibt es schon einige offene Fragen im Vorfeld wie, wann ist das Kind reif dafür? Wie lerne ich es, mit dem Computer richtig umzugehen?

Ein Expertentipp vorne weg, der Zugang zum Computer für Kinder unter drei Jahren ist nicht sinnvoll. Vor diesem Alter sind Kinder noch mit dem Computer überfordert und verstehen nicht, was der Computer ist und was sie da tun. In dieser Zeit ist das heranführen Ihres Kindes an Bilder- oder Malbücher wesentlich wichtiger.

Ohne Computer versäumt Ihr Kind nichts

Nach dem 3. Geburtstag können Kinder problemlos ihre ersten Schritte am Computer machen. Wichtig ist es zu wissen, dass sie es können, aber nicht unbedingt müssen! Vor allem wenn der Papa sich stundenlang zuhause mit diesem Ding beschäftigen kann, kann schon sehr früh die Interessiere für den Computer aufkommen, schliesslich muss es ja etwas tolles sein, wenn sich der Vater damit schon so lange befassen kann. Möchte das Kind den PC gerne einmal selbst ausprobieren, dann spricht ab einem Alter von drei Jahren nichts mehr dagegen.

Häufig ist das der Fall, wenn die Eltern  selbst oder ältere Geschwister oft am Computer arbeiten. Wenn Sie aber prinzipiell gegen die Nutzung des Computers sind, Ihr Kind aber gegenteilig den PC unbedingt möchte, so sollten Sie mit Ihrem Kind versuchen einen Kompromiss zu finden. Ein absolutes Verbot ist nicht zu empfehle und sehr ungünstig, weil sich so der Reiz des Computers nur noch mehr verstärkt wird. Sich sollten sich es gut überlegen, ob Sie Ihr Kind nicht lieber die altersgerechte Nutzung zulassen willen, für 3 Jährige ist es 1 Stunde und bis zu 2 Stunden für 6 Jährige in der Woche. Vielleicht ist das Kind davon fasziniert, aber es ist auch möglich, dass sich die Begeisterung für den Computer wieder legt, wenn Sie die Nutzung nicht ganz verbieten.

Falls Ihr Kind kein Interesse am Computer zeigt, sollten Sie es auch nicht dazu drängen oder animieren. Ihr Kind braucht im Vorschulalter nicht wirklich die Lernspiele oder Vorschulkurs auf dem Computer. Sobald Ihr Kind in die Schule kommt, führt meist kein Weg mehr an dem Computer vorbei und der Umgang damit wird unumgänglich. Es reicht völlig aus, wenn sich Ihr Kind erst ab diesem Zeitpunkt damit beschäftigt.

Spezielle Lerncomputer sind unnötig

Es ist verständlich, dass die Eltern nicht unbedingt begeistert sind, wenn ihr Kind an Ihrem Computer sitzt. Als eine gute Alternative sehen dann einige Eltern die speziellen Lerncomputer für Kinder, denn sie sind robust, können durch den Batteriebetrieb überall mit hin genommen werden und sind auf die Fähigkeiten von Kindern zugeschnitten. Doch sind auf diesen Kindercomputern nur eine begrenze Anzahl von Spiel- oder Lernprogrammen des entsprechenden Herstellers. So ist eine Anschaffung nur für eine kurze Zeit interessant für das Kind und die Investition aus diesem Grund zu überlegen. Sehr oft haben diese Lerncomputer auch ein winziges, schlecht auflösendes Display, und somit nicht zu empfehlen ist.

Lernkonsolen für Kinder ab drei Jahren an, die an den Fernseher angeschlossen werden und somit zumindest ein vernünftiges Bild sicherstellt, kann eine weitere Alternative sein. Zwangsläufig sitzt Ihr Kind aber dadurch noch länger vor dem Fernseher, was möglicherweise ein Heranführen an die Spielkonsolen wie Playstation oder Xbox fördern könnte. Kindercomputer sind eigentlich nur neuartige Spielzeuge, die keinen wirklich gerechten Einstieg in die Computerwelt für das Kind bieten können.

Aus diesem Grund, sollten Sie das Kaufen von altersgerechte Software in Erwägung ziehen und Ihr Kind den Familien-PC nutzen lassen. So können Sie mit der Entwicklung überwachen, ohne gleich einen neuen Computer kaufen zu müssen. Und wenn Sie Ihre persönlichen Daten regelmässig sichern, mit Kennwörter schützen und mit dem Kind zusammen die Software nutzen oder mit dem Computer spielen, kann nicht viel passieren.

TIPP: Für ein ergonomisch korrektes Arbeiten, gibt es spezielles Zubehör für Kinder wie, „Kindermäuse“. Falls Ihr Kind das Internet nutzen darf, empfiehlt es sich Filtersoftware zu installieren, damit es auch alleine sicher surfen kann.

Die ersten Schritte

Am Anfang braucht Ihr Kind unbedingt eine intensive Begleitung. So kann es sich in Sie wenden und die wichtigen bzw. nötigen Fragen stellen, wenn Probleme beim Verständnis oder bei der Bedienung auftreten. Zudem freut sich das Kind über Ihr Interesse, und die gemeinsame Zeit. Dafür erkennen Sie sehr gut, wann es dem Kind zu viel wird oder es überfordert ist, und Sie wissen ganz genau, mit welchen Inhalten es sich beschäftigt. Das können Sie dazu nutzen, um entsprechende Themen nicht nur virtuell sondern auch durch Gespräche oder Erklärungen zu erfahren. Beschäftigt sich Ihr Kind gerade intensiv mit einem Spiel über ein bestimmtes Thema, können Sie dieses Thema für weitere Aktivitäten nutzen, um dem Kind dieses näher zu bringen.

Das Zeitmanagement vor dem Computer ist wichtig. Im Alter von 4-6 Jahren sollte das Kind nicht länger als 20 Minuten am Tag vor dem Computer verbringen. Es braucht hier aber ein wenig Fingerspitzengefühl, denn es macht wenig Sinn, kurz vor dem Spielende das Kind zum Ausschalten zu zwingen. In sollten Situationen sollten Sie auch mal ein Auge zudrücken und ein paar Minuten zusätzlich gewähren. Auch der Computer fördert nicht gerade die Bewegungslust Ihres Kindes, so braucht es täglich die Gelegenheit sich richtig austoben zu können. So wäre es sinnvoll, wenn Sie immer nach der Nutzung des Computers, gemeinsam einen Spaziergang unternehmen oder auf den Spielplatz gehen.

Wenn der Umgang mit dem Computer für Ihr Kind noch neu und es davon begeistert ist, kommt es oft vor, dass es sich unbedingt intensiver damit beschäftigen möchte. Auch wenn Sie davon nicht begeistert sind, bleiben Sie möglichst gelassen, denn oft pendelt sich das übermässige Interesse wieder von selbst ein.

Sorgen Sie für die richtigen Lichtverhältnisse und lassen Sie Ihr Kind nicht in einem dunkeln Raum am Computer spielen. So können Sie bei entsprechend veranlagten Kindern einer Fotoepilepsie vorzubeugend einwirken. Denn das Flimmern des Bildschirms könnten epileptische Krämpfe auslösen. Auch die Anschaffung eines speziellen, flimmerfreien Bildschirmes wäre in dieser Situation sinnvoll.

Ihr Kind sollte den Computer als Spielzeug, nicht als Spielpartner erkennen und verstehen. Aus diesem Grund sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind genügend Kontakt zu Gleichaltrigen hat und auch entsprechend Zeit mit den Kindern verbringt.

Wählen Sie die Computerspiele für Ihr Kind sorgfältig und altersgerecht aus. Das Beste ist, wenn Sie ein neues Spiel für Ihr Kind immer vorher selbst ausprobieren, um sich selbst ein Bild über die Altersangabe machen zu können und es vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.

Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

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